Informationen

Hintergründe

Es existieren über 200 Medikamente zahlreicher Wirkstoffgruppen, die den natürlichen Herz-Rhythmus unerwünscht beeinflussen. Besonders häufig kommt es unter Antiarrhythmika (Arzneistoffe zur Behandlung von Herz-Rhythmus-Störungen) wie beispielsweise Amiodaron, Dofetilid, Ibutilid, Quinidin, Procainamid oder Sotalol zu derartigen Nebenwirkungen. Aber auch zahlreiche Antidepressiva, Antibiotika, Krebsmedikamente usw. können sich in negativer Weise auf das Herz auswirken. In Folge dessen können bei Patienten potentiell lebensbedrohliche (ventrikuläre) Herzrhytmusstörungen vom Typ der Torsade de Pointes auftreten. Diese sind im EKG als Verlängerung der sogenannten QT-Zeit zu erkennen.

Eine QT-Zeit-Verlängerung bezeichnet im Fachbereich der Kardiologie ein Überschreiten der Erregungsdauer des Herzens, der QT-Zeit. Eine QT-Zeit-Verlängerung liegt dann vor, wenn eine Zeit von 550ms pro Intervall überschritten wird.

QT-Life möchte mit einer neuen Versorgungsform für den Patienten derartig gefährliche Nebenwirkungen verhindern und präventiv dagegen angehen.

Und so funktionierts:

(1) Bei QT-Life werden teilnehmende Apotheken erweitert in den Versorgungsprozess eingebunden. Im ersten Schritt wird die Apotheke durch einen DAK-Versicherten aufgesucht, der ein bestimmtes Medikament erwerben möchte. Dieses wird zunächst vom Apotheker hinsichtlich eines möglichen QT-Zeit-Verlängerungspotentials überprüft. Sollte dieses vorliegen, wird der Apotheker den Versicherten über QT-Life informieren und ihm die Teilnahme am Projekt anbieten. Nach positiver Rückmeldung erfolgt die Arzneimittelanamnese sowie die Erfassung der personenbezogenen Daten durch den Apotheker. (2) Im Anschluss wird dem Teilnehmer in der Apotheke ein mobiles EKG-Gerät geklebt, welches im Idealfall 24 Stunden getragen wird. Das Gerät ist so klein, dass es vom Tragenden nur minimal wahrgenommen wird und den Alltag dabei nicht beeinträchtigt.

(3) Nach Ablauf der 24 Stunden sucht der Teilnehmer die Apotheke erneut auf. Hier wird das mobile EKG-Gerät entfernt und die Daten auf einen gesicherten Server hochgeladen. (4) Mit einer speziellen Software erhält der Apotheker innerhalb weniger Minuten erste Auswertungen des EKGs, hierfür werden unterschiedliche Farbsignale eingesetzt. 

 

(5) Durch Zugriff auf den gesicherten Server kann die ärztliche Leitstelle der äg Nord die Befundung durch einen teilnehmenden Kardiologen sicherstellen. Bei auffälliger Befundung erfolgt die unverzügliche Weiterleitung in die ärztliche Versorgung. (6) Für eine optimale Behandlung erhält der behandelnde Arzt alle patientenrelevanten Informationen durch die ärztliche Leitstelle der äg Nord. Die an der besonderen Versorgung beteiligten Projektpartner stehen während der gesamten Projektlaufzeit in engem Informationsaustausch um die Versorgungsqualität sicherzustellen. 

Durch QT-Life wird die Versorgung von Patienten mit potenziell kardiotoxischer Arzneimitteleinnahme im System der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) strukturiert, effizient gestaltet und die Früherkennung verbessert.

Projektstart: Ab April 2021

Partner von QT-Life

Nachfolgend möchten wir Ihnen gern die Projektpartner von QT-Life vorstellen.

Die Ärztegenossenschaft Nord eG ist seit dem Jahr 2000 der größte unabhängige Verbund niedergelassener und angestellter Ärzte und Psychotherapeuten in Norddeutschland. Sie fungiert bei QT-Life als ärztliche Leitstelle des Projekts, die Informationen verteilt und koordiniert. Über sie erfolgt die ärztliche Beurteilung. Nach EKG-Rückgabe in der Apotheke stellt sie die Verbindung zum Kardiologen her. Nachfolgend koordiniert sie die Befundung des EKGs. Bei einem auffälligen EKG-Befund wird der Patient kontaktiert und durch das zentrale Informations- und Versorgungsmanagement strukturiert in die ärztliche Versorgung weitergeleitet.

Ärztegenossenschaft Nord eG

Bahnhofstraße 1-3
23795 Bad Segeberg

Ihr Ansprechpartner:
Lars Prinzhorn


Der Apothekerverband Schleswig-Holstein ist der freiwillige Zusammenschluss der selbständigen Apothekerinnen und Apotheker zur Vertretung ihrer berufständischen Interessen im Land Schleswig-Holstein. Er repräsentiert über 97 % der öffentlichen Apotheken und ist Vertragspartner der gesetzlichen Krankenkassen für die Versorgung der Versicherten mit Arznei- und Hilfsmitteln in Schleswig-Holstein. Bei QT-Life stellt der Apothekerverband Schleswig-Holstein sicher, dass alle teilnehmenden Apotheken erweitert in den Versorgungsprozess der Studie integriert werden. Dies umfasst die Rekrutierung, Schulung und Betreuung der Apotheken, die sich am Projekt beteiligen möchten.

Apothekerverband Schleswig-Holstein e.V.

Steekberg 11
24107 Kiel

Ihr Ansprechpartner:
Carsten von Wieding


Der Kooperationspartner Nambaya ist ein Unternehmen für die innovative Erfassung von Gesundheitsdaten. Gründer Nikolaus Schumacher ist Arzt und Investor im Gesundheitswesen; nach über 30 Jahren als Partner in internationalen Beratungsunternehmen hat er sich 2013 entschlossen, seine Erfahrung in ein eigenes Telemedizin Start Up einzubringen. Nach Rückgabe des mobilen EKG-Geräts werden die Messdaten automatisch auf einen gesicherten Server geladen und durch die Software von Nambaya ausgewertet. Sie zeigt durch unterschiedliche Farbsignale an, ob pathologische QT-Zeit-Verlängerungen oder andere Auffälligkeiten festgestellt wurden. Auf Basis der Software kann der Teilnehmer bereits in der Apotheke ein erstes Feedback durch den Apotheker erhalten. Nambya legt Wert auf eine übersichtliche Auswertung und eine hohe Datensicherheit.

NAMBAYA GmbH

Tölzerstrasse 2
82031 Grünwald

Ihr Ansprechpartner:
Dr. Nikolaus Schumacher


Die Evaluation erfolgt durch das Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Das IVDP führt epidemiologische und versorgungswissenschaftliche Studien in einem breiten Anwendungsgebiet durch. Die Evaluation beim Projekt besteht zum Einen aus einer Datenerhebung durch den Versand von Fragebögen an die Teilnehmer sowie durch die in der Studie erfassten medizinischen Daten. Ziel der Evaluation ist eine Darstellung der Versorgung nach der Intervention sowie der Vergleich von klinischen Versorgungsparametern und den damit verbunden Kosten in der Studien- und Kontrollgruppe. Für die Evaluation werden die Daten der Studienteilnehmer mit den Daten von Versicherten aus der Regelversorgung verglichen.

IVDP am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Martinistr. 52
20246 Hamburg

Ihr Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Matthias Augustin


Die DAK-Gesundheit mit Sitz in Hamburg ist eine deutsche Krankenkasse. Sie ist Konsortialpartner bei QT-Life und steht damit stellvertretend für alle gesetzlichen Krankenkassen, die sich zukünftig an dieser Form der Regelversorgung beteiligen könnten. Für die Evaluation von QT-Life sichert die DAK-Gesundheit den Zugang zu den GKV-Routinedaten, mit denen die Interventionsteilnehmer verglichen werden. Interventionsteilnehmer sind die Personen, die an dem Projekt teilnehmen.

DAK-Gesundheit Zentrale

Nagelsweg 27-31
20097 Hamburg

Ihre Ansprechpartnerin:
Regina Siegmon


Das SmartStep Data Institute befasst sich im Kern mit Versorgungsforschung und Datenanalyse sowie der Konzeption und Evaluation innovativer Versorgungsformen. SmartStep Data Institute fungiert bei QT-Life als Konsortialführer und bildet die Schnittstelle zwischen den einzelnen Projektpartnern und Kooperationen, die an der besonderen Versorgung beteiligt sind. Das SmartStep Data Institute stellt sicher, dass die Projektziele und Vereinbarungen zwischen den Partnern zu jedem Zeitpunkt gewährleistet werden und im Sinne des Innovationsfonds des G-BA gehandelt wird.

SmartStep Data Institute GmbH

Alter Teichweg 25a
22081 Hamburg

Ihr Ansprechpartner:
Dr. Timm Volmer